Doch mehr Bestellungen bedeuten auch mehr Kapazitätsanforderungen. Wie können Online-Händler für eine nachhaltige Kapazitätserweiterung in der E-Commerce Logistik sorgen?

Welche Auswirkungen hat Corona auf E-Commerce?

Selten war es für Unternehmer so unkompliziert, ein Online-Geschäft mit Markenidentität aufzubauen und zu prägen. Sei es mit eigenem Online-Shop, als ausschließlicher Amazon Marketplace Seller oder als stationärer Handel mit Online-Business: Die Möglichkeiten, Kunden zu gewinnen und neue Märkte zu erschließen, sind optimal. Selbst wenn der Welthandel und die Gesellschaft sich durch Corona in einer Krise befinden, hat sich die Pandemie als Chance und Boost für E-Commerce erwiesen.

Schon von 2017 bis 2019 stieg der Umsatz im Online-Einzelhandel von 59 Milliarden auf 72 Milliarden Euro. Dieser Trend setzte sich auch 2020 mit einem Wachstum um 14,6 Prozent und einer Umsatzsteigerung auf 83,3 Milliarden fort.

Gerade in der Pandemie hat sich der Online-Versand 2020 für folgende Waren als krisensicher erwiesen:

  • Lebensmittel
  • Kleidung und Schuhe
  • Medikamente
  • Bücher
  • Möbel/Einrichtungsgegenstände
  • Haushaltswaren
  • Tierbedarf
  • Drogerie-, Körperpflege- und Hygieneprodukte
  • Unterhaltungsmedien und -elektronik
  • Kinderspielzeug
  • Werkzeug
  • Elektronische Dienstleistungen (z.B. Online-Tickets, Downloads, Hotelbuchung, Streaming)

Angesichts der bevh-Verbraucherbefragung[1] zum 1. und 2. Quartal 2020 betonte bevh-Hauptgeschäftsführer Christoph Wenk-Fischer, dass sich E-Commerce und Online-Versand als wichtige Versorgungs-Infrastruktur bewährt haben.

Der Boom blieb nicht auf die Phase von Rationskäufen und Reisebeschränkungen begrenzt. Auch im dritten Quartal wies der E-Commerce-Sektor ein Plus von 13,3 Prozent auf und deutet auf eine nachhaltige Entwicklung hin. Obwohl Corona das E-Commerce Wachstum durch Engpässe, Kapazitätsgrenzen und Umsatzeinbrüche unter den Vorjahresschnitt drückte, geht der Online-Handel als Gewinner aus der Krise hervor.

Kapazitätserweiterung E-Commerce: Logistik anpassen

Online-Händler sollten nicht unterschätzen, welchen Einfluss eine Kapazitätserweiterung in der E-Commerce-Logistik auf Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit haben kann. Selbst schnelles Wachstum und eine steigende Nachfrage bleiben bedeutungslos, wenn sich die Nachfrage aufgrund mangelnder Kapazitäten nicht decken lässt. Gerade im Aufschwung laufen Händler mit begrenzter Logistik und unausgereifter IT Gefahr, den Anschluss zu verlieren.

Auch Amazon hat das erkannt und bietet gemeinsam mit dem Handelsverband Deutschland im Rahmen der „Händler helfen Händler“-Initiative kostenlose Schulungen zu Online-Handel, Social-Media-Marketing und Kundenbindung für Einzelhändler mit stationärem Handel an. Selbst für einen Giganten wie Amazon ist keine E-Commerce Konkurrenz weniger vorteilhaft als zu starke Konkurrenz.

E-Commerce Logistik als wesentlicher Erfolgsfaktor für Online-Händler umfasst folgende Aspekte:

  • Bestellannahme und -verarbeitung
  • Zahlungsabwicklung
  • Zeitnahe Auslieferung und Ein-/Zwischenlagerung
  • Weiterversand und pünktliche Zustellung beim Endkunden
  • Zuverlässiges Retourenmanagement

Umfragen zufolge sind ein kostenloser Versand und eine schnelle Lieferung die ausschlaggebenden Faktoren für Bestellabschlüsse. Mehr wollen und sollen Kunden auch nicht von logistischen Abläufen hinter dem „Kaufen“-Button mitbekommen. Da digitale Bestelloptionen jedoch immer einfacher und vielseitiger werden, sehen sich Händler gezwungen, mehr Pakete besser und schneller zu verschicken. Dazu gilt es, Kapazitätsgrenzen zu erweitern, digitale Schnittstellen zu optimieren, Prozessabläufe zu skalieren und sowohl kurz- als auch langfristig sinkendes und steigendes Bestellvolumen zu bewältigen.

Wie lassen sich Versandprozesse skalieren?

Kapazitätserweiterung im E-Commerce ist vor allem eine Frage der Fulfillment-Möglichkeiten und der Lagerlogistik. Hier wird der Unterschied zwischen reinen Online-Händlern und stationären Händlern mit Online-Angebot deutlich. Vom Umsatzwachstum profitierten 2020 reine Online-Händler mit mehr als 20 Prozent. Stationäre Händler verzeichneten im Online-Umsatz lediglich ein Wachstum von etwa 4,7 Prozent. Reine Online-Händler oder Händler mit einem Fokus auf Online-Verkäufe sollten bedenken, dass die stationäre Konkurrenz den digitalen Rückstand durch ein Multichannel-Angebot schnell aufholen und durch leistungsstarke Transport- und Lagerlogistik wettmachen kann.

Eigene Logistik ausbauen

Wer unabhängig bleiben und die Kontrolle über Produkte und Versand behalten will, regelt die Produktion, Lagerung und den Versand in Eigenregie. Das vermittelt Kunden einen Eindruck von persönlicher Hands-on Mentalität, erfordert jedoch entsprechende Logistikflächen für Lagerung, Verpackungsmaterialien und Retourenabwicklung. Auch Absprachen mit Lieferdiensten, bedarfsgerechte Verpackungen, internationale Zoll- und Versandbestimmungen, Personalfragen und Schadens- oder Verlustfälle sind eigenverantwortlich zu organisieren. Kosten und Risiken sind für Händler mit begrenzten Ressourcen und eingeschränkter Infrastruktur enorm.

Dropshipping

Dropshipping ist meist für kleinere Händler ohne eigene Lagerlogistik eine Alternative. Dabei übernehmen Online-Händler bzw. Wiederverkäufer den Verkauf und überlassen Großhändlern und Produzenten den direkten Versand. Genaugenommen stellen Großhändler somit die Logistik-Infrastruktur bereit, ohne im Bestell- und Versandprozess direkt aufzutauchen. Eigene Logistikabläufe sind für Online-Händler somit nicht erforderlich. Berechnet wird dem Wiederverkäufer der Einkauf der Produkte und der Direktversand an Kunden. Retouren gehen ohne Erstattungsmöglichkeit oft zu Lasten des Wiederverkäufers.

Der Vorteil von Dropshipping sind günstige Herstellungs- und Logistikkosten und geringer Investitionsaufwand. Der große Nachteil sind lange Lieferzeiten, wenig Kontrolle über Versand- und Verpackungsarten und eine unflexible Retourenabwicklung.

Mit Fulfillment- und Logistikdienstleister Apiando Logistik auslagern

Die Auslagerung von Fulfillment und Lagerlogistik eignet sich insbesondere für Online-Händler, die sich auf das Kerngeschäft konzentrieren wollen. Professionelle Logistik stärkt Kundenbindung und -zufriedenheit, stellt zuverlässige, kurze Lieferzeiten sicher und unterstützt das eigene Wachstum. Ab welchem Bestellvolumen sich die Auslagerung von Logistik lohnt, lässt sich nicht pauschal beantworten. Fest steht, dass bei mehr als 80 Bestellungen monatlich kleine Händler schnell an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. Wachstum und Kundenzufriedenheit lassen sich nur durch eine leistungsstarke Infrastruktur und skalierbare Prozesse fördern.

Als Spezialist für Fulfillment und E-Commerce bietet Apiando jahrelange Erfahrung, praktisches Know-how, leistungsfähige und vielseitige Logistikflächen und eine optimal vernetzte Infrastruktur. Sämtliche Transport-, Lager- und Retourenabläufe lagern Sie als Händler ganz einfach aus und begrenzen logistische Fixkosten auf die ausgelagerte Lagerlogistik.

Durch eine eingespielte, anpassungsfähige Infrastruktur und optimale Anbindung steigern Sie Ihre Produktivität nachhaltig und bewältigen saisonal bedingt oder unvorhergesehen steigendes Bestellvolumen. Eine Skalierung bis zu 100 Prozent, etwa während der Weihnachtszeit oder Marketingkampagnen, ist mit Apiando problemlos möglich.

Diese Vorteile bietet ausgelagerte E-Commerce Logistik mit Apiando:

  • Günstigere Lager- und Versandkonditionen
  • Lagerlogistik mit 20.000 m² vielfältiger Lagerfläche für jede Produktkategorie
  • Professionelle Qualitätsprüfung, Warenannahme und Lagerung
  • Zuverlässige Kommissionierung samt Value Added Services
  • Bedarfsgerechte, hochwertige Verpackungen und pünktlicher Weiterversand
  • Lagerräume mit Rund-um-die-Uhr-Überwachung und Zutritts-/Zugriffkontrollen
  • Zwischen- und Nachschublagerung
  • Lagertransparenz für Online-Händler durch modernes Warehouse-Management und JTL-Fulfillment Anbindung
  • Zuverlässiges, kostensparendes Retourenmanagement
  • Ideale Anbindung durch Gleisanschluss, Nähe zum Containerhafen CONTARGO und 15 Verladerampen

Für weitere Informationen und individuelle Angebote kontaktieren sie uns noch heute.

E-Commerce: Wie geht es nach Corona weiter?

Was wird die Zukunft nach oder mit Corona bringen? Kaum eine Frage lässt sich derzeit schwerer beantworten. Nur eins ist klar: Eine eingeschränkte, andauernde Bewegungs- und Reisefreiheit wird zu verstärkter Digitalisierung und einem wachsenden Online-Markt führen. Für jedes Geschäft, das in Innenstädten schließen muss, eröffnen neue Online-Shops. Für reine Online-Händler oder stationäre Händler mit Multichannel-Verkauf führt kein Weg am digitalen Handel vorbei. Händler sind gut beraten sich hinsichtlich der Kapazitätserweiterung in der E-Commerce-Logistik an das Kaufverhalten von Kunden anzupassen und logistische Infrastrukturen nachhaltig zu gestalten.

[1] https://www.bevh.org/presse/pressemitteilungen/details/e-commerce-plus-von-92-prozent-im-1-halbjahr-2020-dauerhaft-mehr-e-commerce-beim-taeglichen-bedag.html

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